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Deutsches Denken – Rechte Intellektuelle der Bundesrepublik |
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| Sendetermine: | DLR - Mittwoch, 15. Jul 2026 19:30 Teil 1/4 |
| Autor(en): | Sebastian Friedrich Nils Schniederjann |
| Produktion: | 2025, Min. (Stereo) - Feature |
| Inhaltsangabe: | Folge 1 Wie überlebt eine Ideologie ihre Niederlage? Nach dem Ende des Nationalsozialismus mussten sich rechte Denker und Netzwerke neu organisieren. Sie konnten sich nicht mehr offen auf den besiegten Nationalsozialismus berufen, suchten aber nach Wegen, ihre Ideologie in die junge Bundesrepublik zu retten. Folge 2 Wie lernt man vom Gegner? 1968 bedeutete auch für rechte Denker eine Zäsur: einer welthistorischen Liberalisierung hatten sie nichts entgegenzusetzen. Also versuchten sie, den Geist der 68er für ihre Zwecke zu nutzen. Folge 3 Wie bricht man ein Tabu? Im Zuge der Debatten um die Wehrmachtsausstellung in den 1990er-Jahren beginnt die Neue Rechte, eigene historische Deutungsmuster zu etablieren, unter anderem auf den Nationalsozialismus. Um Vordenker wie Götz Kubitschek formierte sich eine neue Bewegung, die bewusst auf langfristige Einflussnahme setzte. Folge 4 Wie wird aus Denken politische Macht? Mit der Gründung der AfD wittert die Neue Rechte ihre Chance, aus der Nische herauszutreten. Es gelingt zwar, die Partei nach rechts zu verschieben, aber die parteiinternen Richtungskämpfe führen auch in der Neuen Rechten zu Verwerfungen. |
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Peymannbeschimpfung |
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| Sendetermine: | DLR - Mittwoch, 15. Jul 2026 22:05, (angekündigte Länge: 55:00)
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| Autor(en): | Helgard Haug Daniel Wetzel |
| Produktion: | DLR 2007, 54 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt. |
| Regie: | Daniel Wetzel Helgard Haug |
| Ton: Dirk Schwibbert | |
| Inhaltsangabe: | 1977: Ein "wackerer Zahnarzt" aus einer anderen Stadt traut sich, den in Stuttgart-Stammheim einsitzenden RAF-Mitgliedern die Zähne zu behandeln. Eine Mutter bittet deutsche Prominente, den offen gebliebenen Teil seiner Rechnung zu begleichen. Schauspieldirektor Claus Peymann berappt einen kleinen Betrag und hängt das Schreiben im Staatstheater ans Schwarze Brett: Spenden könnten bei der Sekretärin abgegeben werden. Monate später geraten Spende und Aushang in die Schlagzeilen und lösen eine Gesinnungsschlacht aus, in deren Folge das Stuttgarter Schauspielensemble fast geschlossen die Stadt verlässt. "Peymannbeschimpfung" verarbeitet die Briefe und Verlautbarungen dieser Auseinandersetzung. |
| Expertenkommentar: | Hörspiel des Monats Oktober 2007, Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste: "Haug und Wetzel (Rimini-Protokoll) drehen die Richtung von Peter Handkes legendärem Sprechstück Publikumsbeschimpfung um und präsentieren Schmähbriefe des Theaterpublikums an Claus Peymann, 1974-1979 Schauspieldirektor in Stuttgart. Er ließ 1977 per Aushang am Schwarzen Brett Geld sammeln für Zahnbehandlungen der in Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen. Auf Druck von Ministerpräsident Filbinger musste Peymann gehen. (Filbinger demissionierte noch vor ihm, man weiß warum.) Voll heimlicher Faszination für den eigenen Untergang liest Peymann Verwünschungen und Morddrohungen vor und erzählt die politischen Verwicklungen des Stuttgarter Theaters. Haug und Wetzel verfolgen präzise bis zum Absurden ihre Assoziationen. Auf eigenen Gedankenpfaden schlendern sie durch Stuttgart und den Deutschen Herbst, als wollten sie vom wunden Punkt wegdriften, und stehen doch immer wieder vor den Gefängnismauern. Gegen die Beschimpfungen schneiden sie u.a. Auskünfte des Rüstmeisters am Staatsschauspiel, die Livereportage einer Zahnoperation mit Kommentaren des Arztes; sie montieren Geräusche und Kommandos aus der Turnhalle des TV Stammheim und O-Töne von OB Manfred Rommel, Meinhof, Raspe, Baader und Ensslin. Der Hörer erlebt, wie unbefangenes Sprechen unmöglich wird, kein Satz mehr naiv gelesen werden kann, alles an Bedeutung und Klarheit gewinnt. Termitenweg lesen... über Tunnelwege und Staatsbauten Gedanken machen... über Innere Sicherheit im Gebiss nachdenken... auf Komplikationen stoßen. Von Ensslins Zahnschmerzen ist man schnell bei Peymann, der als fauler Zahn aus dem Kulturbetrieb extrahiert werden muss. Rimini-Protokoll erkundet mit radikal-essayistischer Erkenntnismethode Stimmung und Gemengelage des Deutschen Herbstes. Ein aufklärerisches Lehrstück aus einer Frage und vielen bohrenden Antworten. P.S. Mit einem Sonderlob wollen wir den HR bedenken für sein Kinderhörspiel Isabellas Welt, das sich nur um eine Zahnwurzellänge geschlagen gab." |
| Preise / Auszeichnungen: | Hörspiel des Monats 10 2007 |
| Links: | Weitere Informationen in Paul Plampers Hoerspielpark Homepage Helgard Haug Homepage Daniel WetzelMailformular für Ergänzungen zu diesem Titel Druckausgabe (PDF) |
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