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Die ARD hat den Deutschen Hörspielpreis eingestellt.

Ein ARD-Sprecher sagte, die Initiative für diese Entscheidung sei von den Hörspielredaktionen der ARD-Sender gekommen. Innerhalb des Senderverbunds gebe es immer mehr Kooperationen, dazu gehöre auch eine virtuelle Gemeinschaftsredaktion für das Hörspiel.

Daher sei ein Wettbewerb als Binnenkonkurrenz zwischen den Landesrundfunkanstalten und Deutschlandradio, ORF und SRF wenig plausibel, unzeitgemäß und nach außen nicht vermittelbar. Nach Angaben des Sprechers erschien den Hörspielredaktionen ein Wettbewerb fragwürdig, bei dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen durch Rundfunkbeiträge finanzierten Preis an Produktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vergebe. Die Hörspieltage in Karlsruhe, an denen der Preis bisher vergeben wurde, sollen neu aufgesetzt werden.

Die letzten ARD-Hörspieltage in gewohnter Form finden im ZKM-Karlsruhe vom 7. bis 10. November 2024 statt.

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Die weite weite Sofalandschaft

Sendetermine: DLR - Mittwoch, 6. Mai 2026 22:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Malte Abraham
Produktion: DLR 2019, 56 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Malte Abraham
Komponist(en): Sebastian Jurchen
Ton und Technik: Alexander Brennecke
Ton und Technik: Christoph Richter
Regieassistenz: Mara May
Inhaltsangabe: Bei „Tropick Reisen“ hat man die moderne Arbeitswelt mit Homeoffice und Smart Working verschlafen. Der Chef will daran nicht mehr teilnehmen und entlässt sich. Seine Angestellten, für die die Firma Familie war, drohen in der Konkursmasse unterzugehen. „ich werde in meinem büro stehen und in die weite weite sofalandschaft schauen und nicht wissen, wo ich bin. ob ich bei mir bin oder im büro. um mich herum werden gemusterte kissen sein und alles in ocker. für das homefeeling wird mein büro ganz meiner wohnung nachempfunden sein. ich werde, wo ich bin, zuhause sein und mich zuhause fühlen. ich werde zur arbeit fahren und zuhause ankommen. wenn das die zukunft ist, werde ich mir sagen, dann will ich daran nicht teilnehmen.“ Eine groteske Geschichte über entgrenzte Arbeit und grenzenlosen Urlaub. Über Naherholung und Fernweh. Dem Reisebüro TROPICK droht die Insolvenz, als dessen Chef Thomas Tropick verzweifelt versucht, sich selbst zu entlassen. Während seine Angestellten darum kämpfen, nicht in der Konkursmasse mit unterzugehen, versucht Arno Zilla sich zu Hause in seiner Badewanne über Wasser zu halten. Seit zwei Wochen liegt er darin, weil hinter der Badezimmertür das Homeoffice lauert.
Expertenkommentar: Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat das Stück „Die weite weite Sofalandschaft“ zum Hörspiel des Monats Februar gewählt. Das Stück stammt von dem 1988 in Hamburg geborenen Autor Malte Abraham, der auch Regie führte. Bei dem 56-minütigen Hörspiel handelt es sich um eine Produktion von Deutschlandfunk Kultur (Redaktion: Barbara Gerland). Der Sender strahlte das Stück am 5. Februar um 22.03 Uhr in seinem Programm erstmals aus. Mitwirkende Schauspieler sind Felix Goeser, Michael Hanemann, Esther Hilsemer, Lea Ostrovskiy, Nicolas Lehni und Aram Tafreshian.

Das Hörspiel „Die weite weite Sofalandschaft“ sei „ein Plädoyer gegen unser kapitalistisches Wirtschafts- und Wertesystem, das Sinnhaftigkeit und Anerkennung einzig an Erwerbsarbeit koppelt“, schreibt die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in ihrer Begründung zur Auszeichnung des Stücks, es sei eine „literarisch wie dramaturgisch hervorragend komponierte Radio-Groteske“.

„Die weite weite Sofalandschaft“ erzählt von mehreren Protagonisten, die sich zwischen Arbeit und Urlaub bewegen, wobei deren einziger Lebensinhalt die Arbeit ist. Der Ort der Arbeit ist sowohl das Büro als auch das zum Home-Office umfunktionierte Zuhause. Hierbei verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen privatem und beruflichem Raum wie auch zwischen privater und beruflicher Identität, so dass diese letztendlich nicht mehr zu unterscheiden sind. Am Ende bleibt als Flucht vor der Arbeit zu Hause nur, so lange wie möglich in der Badewanne zu verweilen.

Gleichzeitig begleitet das Hörspiel die Protagonisten im Urlaub. Doch auch der Ferienort ist so dystopisch wie der Arbeitsplatz: Er ist lediglich eine ideal temperierte Erholungskulisse mit konstanter und reservierungspflichtiger Meeresbrandung. „Was wie ein abstruser Alptraum anmutet, ist unserer Realität so nah, dass sich beim Hören ein zunehmendes Unbehagen einstellt“, so die Jury, die hinzufügt: „Auf subtile Weise stellt das Hörspiel dabei einen überraschenden und erhellenden Zusammenhang mit der Klimakrise her: Je überarbeiteter die Gesellschaft, desto dringender ihr Bedürfnis, durch möglichst weite Flugreisen wenigstens kurz der entgrenzten Arbeit zu entgehen.“

Bei alldem, so lobt die Jury, öffne Malte Abrahams Hörspiel „Räume, die nur innerhalb der Gattung erzeugt werden können – etwa, wenn das Rauschen in der Telefonleitung plötzlich das Rauschen des Ozeans wird –, und schöpft so gekonnt die Potenziale der Gattung Hörspiel aus“.
Mitwirkende:
Etta Zilla Esther Hilsemer
Irene Kubikel Lea Ostrovskiy
Thomas Tropick Felix Goeser
Arnold Zilla Michael Hanemann
Arno Zilla Nicolas Lehni
Tom Tropick Aram Tafreshian
Preise / Auszeichnungen: Hörspiel des Monats 02 2020
Links: Mailformular für Ergänzungen zu diesem Titel
Druckausgabe (PDF)

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