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Die ARD hat den Deutschen Hörspielpreis eingestellt.

Ein ARD-Sprecher sagte, die Initiative für diese Entscheidung sei von den Hörspielredaktionen der ARD-Sender gekommen. Innerhalb des Senderverbunds gebe es immer mehr Kooperationen, dazu gehöre auch eine virtuelle Gemeinschaftsredaktion für das Hörspiel.

Daher sei ein Wettbewerb als Binnenkonkurrenz zwischen den Landesrundfunkanstalten und Deutschlandradio, ORF und SRF wenig plausibel, unzeitgemäß und nach außen nicht vermittelbar. Nach Angaben des Sprechers erschien den Hörspielredaktionen ein Wettbewerb fragwürdig, bei dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen durch Rundfunkbeiträge finanzierten Preis an Produktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vergebe. Die Hörspieltage in Karlsruhe, an denen der Preis bisher vergeben wurde, sollen neu aufgesetzt werden.

Die letzten ARD-Hörspieltage in gewohnter Form finden im ZKM-Karlsruhe vom 7. bis 10. November 2024 statt.

Opfer des Verkehrs

Autor(en): Friedrich Bestenreiner
Produktion: DRS 2009, 49 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Genre(s): Krimi
Regie: Karin Berri
Tontechnik: Fabian Lehmann
Inhaltsangabe: Am Anfang war da ein Zeitungsbericht über einen ungewöhnlichen Versicherungsbetrug. Opfer war eine einfache Frau, Leonie Font. Zuerst wurde sie von einem Laster angefahren, dann vom Ehepaar Louis und Jacques Daud zu einem raffinierten Spiel mit der Versicherung verführt.
Hier kommt der österreichische Hörspielautor Friedrich Bestenreiner ins Spiel, denn auch er ist ein Spieler. Seine Trümpfe: Ironie und böser Witz. Indem er sich schreibend der Akteure annimmt, ihnen eine Identität gibt, deckt er spielerisch menschliche Abgründe auf.
Wie schon der Titel andeutet, sind auch Jacques Daud und seine Frau Louise Opfer ihres «Verkehrs». Irgendwoher muss die Motivation zum Betrug ja kommen. Spielsucht oder eine Geliebte sind kostspielige Vergnügen. Dass dann das Ende immer noch eine (böse) Überraschung bereithält, gehört ebenso zu den besonderen Attributen Friedrich Bestenreiners wie seine kantige Dramaturgie. Der Verfasser unzähliger Hörspiele zeigt uns holzschnittartige Zerrbilder einer längst auf den Hund gekommenen Gesellschaft. Also mit Vergnügen hinein in diese wahre und doch so abgrundtief abstruse Geschichte, die einmal mehr Friedrich Dürrenmatts Worte bestätigt: «Uns kommt nur noch die Komödie bei.»
Mitwirkende:
Erzähler Klaus Degenhardt
Jacques Daud, Anwalt André Jung
Louise Daud, seine Frau Annemarie Kuster
Helene Kastner, seine Geliebte Gabriela Steinmann
Croupier / Beamter Yves Räber
Herr, Spieler Christian Intorp
Eugène Font, Handelsvertreter Siggi Schwientek
Leonie Font, seine Frau Isabelle Menke
Richter Norbert Schwientek
Arzt Peter Kner
Bressac Gottfried Breitfuß
Pfarrer Michael Luisier
Links: Mailformular für Ergänzungen zu diesem Titel
Druckausgabe (PDF)

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