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HörDat will besser werden
Es ist kein Geheimnis, dass es einen Reformstau bei HörDat gibt. In den kommenden Wochen und Monaten wird sich am Erscheinungsbild und an den Funktionen einiges ändern. In einem ersten Schritt wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  • Die bislang getrennten Sammlungen 'Hörspiel' und 'Feature' sind in einer Datenbank zusammengefasst. Zur einfachen Unterscheidung sind die Feature-Titel mit grün hinterlegt.
  • Bei den Hörstücken werden die erhaltenen Auszeichnungen angegeben
  • Als 'Gute Geister' werden, soweit bekannt, Tontechniker und andere bei der Produktion beteiligte Personen genannt.
Weiter Verbesserungen werden folgen.

2 Hörspiele mit Autor = »Brecht« und Titel = »Lindberghflug«

Der Flug der Lindberghs

Autor(en): Bertolt Brecht
Auch unter dem Titel: Der Lindberghflug ()
Produktion: Berliner Funkstunde 1929 19 Min. (Mono) - Originalhörspiel dt.
Regisseur(e): Hermann Scherchen
Komponist(en): Paul Hindemith
Kurt Weill
Inhaltsangabe: Im Mai 1927 überflog der amerikanische Flieger Charles Lindbergh als erster den Atlantik. Dieses Ereignis nahm Brecht zur Grundlage für sein erstes Hörspiel. Das Stück mit der Musik von Hindemith und Weill wurde zu den Baden-Badener Musikfestwochen am 27.7.1929 uraufgeführt und am 18.3.1930 in der Berliner Funkstunde gesendet. Brecht versuchte hier, die im Zusammenhang mit seiner Radiotheorie entwickelte Idee eines Lehrstücks umzusetzen. Der Hörer selbst sollte beim Hören einen Part in dem Stück übernehmen. Brecht forderte, den Distributionsapparat Rundfunk in einen Kommunikationsapparat umzuwandeln: der Hörer wird aktiver Teilnehmer.
Bertolt Brecht setzte sich in der sogenannten Pionierzeit des deutschen Hörspiels in Theorie und Praxis intensiv mit dem Rundfunk, eine jener "Erfindungen, die nicht bestellt sind", auseinander. Impulse für das Neue Hörspiel gehen von den Reflexionen seiner "Radiotheorie", insbesondere über den Rundfunk als möglichen Kommunikationsapparat, aus. Über sein Hörspiel "Ozeanflug", "nicht die Beschreibung eines Atlantikflugs, zugleich eine bisher nicht erprobte Verwendungsart des Rundfunks, bei weitem nicht die wichtigste", heißt es in Brechts "Radiotheorie" u.a. weiter: "Der 'Ozeanflug' hat keinen Wert, wenn man sich nicht daran schult. Er besitzt keinen Kunstwert, der eine Aufführung rechtfertigt, die diese Schulung nicht bezweckt. Er ist ein Lehrgegenstand und zerfällt in zwei Teile. Der eine Teil (die Gesänge der Elemente, die Chöre, die Wasser- und Motorengeräusche und so weiter) hat die Aufgabe, die Übung zu ermöglichen, das heißt einzuleiten und zu unterbrechen, was am besten durch einen Apparat geschieht. Der andere pädagogische Teil (der Fliegerpart) ist der Text für die Übung: Der Übende ist Hörer des einen Textteiles und Sprecher des anderen Teiles. Auf diese Art entsteht eine Zusammenarbeit zwischen Apparat und Übenden, wobei es mehr auf Genauigkeit als auf Ausdruck ankommt. Der Text ist mechanisch zu sprechen und zu singen, am Schluß jeder Verszeile ist abzusetzen, der angehörte Teil ist mechanisch mitzulesen.
Dem gegenwärtigen Rundfunk soll der 'Ozeanflug' nicht zum Gebrauch dienen, sondern er soll ihn verändern. Die zunehmende Konzentration der mechanischen Mittel sowie die zunehmende Spezialisierung in der Ausbildung - Vorgänge, die zu beschleunigen sind - erfordern eine Art Aufstand des Hörers, seine Aktivierung und seine Wiedereinsetzung als Produzent." Dieses "Radiolehrstück für Knaben und Mädchen" wie Brecht es nannte, wurde zunächst anläßlich der "Festspiele der Deutschen Kammermusik" 1929 in Baden-Baden uraufgeführt. In einem Brief an den damaligen Intendanten des WDR Ernst Hardt schrieb Bertolt Brecht: "Lieber Herr Hardt, ich habe über die Radiosendung des Lindberghfluges etwas nachgedacht und zwar besonders über die geplante öffentliche Generalprobe. Diese könnte man zu einem Experiment verwenden. Es könnte wenigstens optisch gezeigt werden, wie eine Beteiligung des Hörers an der Radiokunst möglich wäre. (Diese Beteiligung halte ich für notwendig zum Zustandekommen des 'Kunstaktes'.) Ich schlage also folgenden kleinen Bühnenaufbau für diese Demonstration vor: vor einer großen Leinwand, auf die die beiliegenden Grundsätze über die Radioverwendung projeziert werden - diese Projektion bleibt während des ganzen Spieles stehen - sitzt auf der einen Seite der Bühne der Radioapparat, Sänger, Musiker, Sprecher usw., auf der anderen Seite der Bühne ist durch einen Paravent ein Zimmer angedeutet und auf einem Stuhl vor einem Tisch sitzt ein Mann in Hemdärmeln mit der Partitur und summt, spricht und singt den Lindberghpart. Dies ist der Hörer. Da ziemlich viel Sachverständige anwesend sein werden, ist es wohl nötig, auf der einen Seite die Aufschrift "der Rundfunk" auf der anderen die Aufschrift "der Hörer" anzubringen. Vor dem Ganzen würde ich Sie bitten, lieber Herr Hardt, über dieses Experiment und die ihm zugrundeliegende Theorie, die ich Ihnen beilege und über die wir noch sprechen können, etwas zu reden. Es ist dies eine Belastung für Sie, aber ich weiß sonst niemanden, der dies machen könnte."
Mitwirkende:
Betty Mergler
Fritz Düttbernd
Gerhard Pechner
Erik Wirl
Ernst Ginsberg
Berliner Funkchor
Berliner Rundfunkorchester unter Hermann Scherchen
Links: Mailformular für Ergänzungen zu diesem Titel
Druckausgabe (PDF)

Der Lindberghflug

Autor(en): Bertolt Brecht
Produktion: WDR 1987 39 Min. (Stereo) -
Komponist(en): Kurt Weill
Inhaltsangabe: Der Lindberghflug behandelt die erste Überquerung des Atlantiks per Flugzeug 1927 durch Charles Lindbergh. Das Stück war von Anfang an für das neue Medium Rundfunk gedacht - eine konzertante Aufführung bezeichnete Brecht ausdrücklich als falsch. Die erste Umsetzung dieser "radiophonischen Kantate" fand im Mai 1929 auf den Festspielen der deutschen Kammermusik in Baden-Baden statt, deren Programm der "Originalmusik für den Rundfunk" gewidmet war. Brecht, der das Stück für Kurt Weill schrieb, beschreibt darin das Ereignis aus mehreren verschiedenen Blickwinkeln. Neben dem Flieger kommen der Nebel, der Schneesturm und der Schlaf, mit denen er kämpft, sowie der amerikanische und der europäische Kontinent zur Sprache. Es geht ihm darin nicht um die Heroisierung der Tat eines Einzelnen, sondern um die kollektive technische Leistung, mit der der Mensch die Naturgewalten meistert.
Mitwirkende:
Wolfgang Schmidt
Herbert Feckler
Lorenz Minth
Christoph Scheeben,Kölner Rundfunkorchester
Links: Mailformular für Ergänzungen zu diesem Titel
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