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Neues Programmschema beim HR

Das Sonntagshörspiel wird jetzt am Abend um 22 Uhr gesendet. Das Kinderhörspiel ist von Samstagmittag auf Sonntagmorgen 8.04 Uhr gewandert.

Dann gibt's alle 14 Tage den Krimi-Mittwoch, wie gehabt 21 Uhr. Beim Hörspiel aus der Artist's Corner bleibt es beim alten Sendeplatz, Samstag, 23 Uhr.

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Niemals aufgeben. Shirin Ebadi - Porträt der iranischen Friedensnobelpreisträgerin

Sendetermine: ORF Ö1 - Donnerstag, 8. Dez 2022 10:05 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Renate Maurer
Produktion: ORF 2022, 54 Min. (Stereo) - Feature
Ton: Fridolin Stolz
Inhaltsangabe: Sie ist eine der ersten iranischen Richterinnen. Zwei Jahrzehnte lang hat sie als Anwältin Kinder, Frauen und Regimegegner:innen verteidigt. 2003 erhielt sie als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis. Ihre Erfahrungen sowie die der Iranerin Parastou Forouhar, die Ebadi als Anwältin verteidigt hat, geben Aufschluss über die aktuelle Situation der Frauen im Iran. Renate Maurer hat Shirin Ebadi im Londoner Exil besucht.
Mit 23 Jahren war sie eine der ersten Richterinnen im Iran, mit 28 wurde sie als erste Frau Gerichtspräsidentin am Teheraner Stadtgericht. Das war 1975. Begeistert nahm sie an den Studentenprotesten gegen den Schah teil, unterstützte voller Optimismus Ayatollah Khomeini und die islamische Revolution. Hatte dieser nicht eine moderne Republik mit demokratischen Prinzipien und 'allen Freiheiten für die Frauen' versprochen? Doch nach dem Sieg der Revolution 1979 warf sie das neue Regime aus dem Richteramt und degradierte sie zur Bürokraft. Entsetzt erlebte sie die Einführung des islamischen Rechts auf der Basis der Scharia, 'grauenhafte Gesetze, die die Uhr um 1400 Jahre zurückdrehten'. Dagegen anzukämpfen wurde Shirin Ebadis Lebensaufgabe. 1992 übernahm sie unbezahlte 'pro bono'-Fälle, vertrat getötete Kinder, Student:innen und Regimegegner:innen, Frauenrechtlerinnen, politische Gefangene. Sie verteidigt auch Parastou Forouhar, deren Eltern vom Regime ermordet wurden. Zwar konnte sie keine gerechten Prozesse und Urteile herbeiführen, aber sie verschaffte dem Unrecht Öffentlichkeit - im eigenen Land wie im Ausland. Sie widersprach Richtern, schrieb Artikel, Berichte für die UNO und Bücher, hielt Vorlesungen, gründete in Teheran einen Kinderschutzbund und das 'Zentrum für Menschenrechte'. Der islamische Staat antwortete mit Überwachung, Schikanen, Morddrohungen, drei Wochen Einzelhaft. Sie ließ sich davon nicht in die Knie zwingen. Nach der Verleihung des Friedensnobelpreises 2003 und nachdem sie 2009 nach London ins Exil gegangen war, verstärkte das Regime seine Bedrohungen. Sie machte trotzdem weiter, ist inzwischen in zahlreiche NGO´s vertreten und setzt sich nach wie vor für die Menschenrechte in ihrer Heimat ein. Der Frieden in dieser Welt, so hat sie einmal in einem Interview gesagt, sei nur über einen Weg zu erreichen: über die Achtung der Menschenrechte.
Mitwirkende:
Irina Wanka
Marie-Therese Futterknecht
Michael Köppel
Links: Mailformular für Ergänzungen zu diesem Titel
Druckausgabe (PDF)

Ein Käfer, der Erinnerungen frisst

Sendetermine: DLR - Donnerstag, 8. Dez 2022 22:03 (Ursendung gekürzt) , (angekündigte Länge: 57:00)
Autor(en): Sofie Neu
Fabian Raith
Produktion: DLR 2022, 61 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Sofie Neu
Fabian Raith
Komponist(en): Martin Recker
Ton und Technik: Hermann Leppich
Ton und Technik: Sonja Maronde
Dramaturgie: Julia Gabel
Dramaturgie: Johann Mittmann
Inhaltsangabe: Mehrere Serverfarmen sind vom Annamox-Käfer befallen, die Daten aus der Terra-Cloud sind unwiederbringlich verloren - darunter alle Videos von Mikas verstorbener Mutter. „2035“
Neun SciFi-Hörspiele erzählen in dieser Anthologie-Serie neun Versionen der nahen Zukunft. Sie spielen im Jahr 2035, dem Jahr, in dem der Reverse-Klimawandel geschafft sein sollte. Was hat eine Abschlussklasse von 2022 bis dahin erlebt? Vor welchen Herausforderungen stehen sie im Jahr 2035? Naturkatastrophen, soziale Spaltung, künstliche Intelligenz? Die Handlung der einzelnen Folgen ist in sich abgeschlossen, manchmal finden sich Bezüge und Hinweise. Ein Hörspiel-Multiversum von ARD und Deutschlandfunk Kultur.
Wie lange kann man sich an den Klang einer Stimme erinnern, nachdem die Person verstorben ist? Die Erinnerung an Mikas Mutter verblasst langsam, seit alle Aufnahmen gelöscht wurden. In dieser Folge begibt sich Mika auf einen alten Augmented Reality Walk zum Thema „Erinnerung“. Es fühlt sich für Mika ziemlich „retro“ an mit einem Tablet durch die Stadt zu laufen anstelle der üblichen Glasses. Aber Schulfreundinnen haben anscheinend etwas Wichtiges in diesem alten Walk entdeckt und Mika genötigt loszugehen. Der Walk ist aus dem Jahr 2022, Mika läuft damit im Jahr 2035 durch die Stadt: die Zeitschichten überlagern sich. Mika lässt sich zunehmend darauf ein, der Stimme im Walk zu folgen. Sie stellt immer wieder diese eine Frage: Wenn du wüsstest, dass morgen die Welt untergeht - würdest du heute noch einen Apfelbaum pflanzen? Zwischen öffentlichen Erinnerungsorten, digitalen Denkmälern und Begegnungen mit Passanten zeigt sich, wie sich der Blick in die Zukunft und der Blick in die Vergangenheit gegenseitig beeinflussen.
Expertenkommentar: Die Begründung der Jury

Es ist das Jahr 2035: Mika, die zentrale Figur des Hörspiels „Ein Käfer, der Erinnerungen frisst“ von Sofie Neu und Fabian Raith, begibt sich mithilfe eines veralteten Elektronik-Tools – einem Tablet – auf einen dem Jahr 2022 zugeordneten Augmented-Reality-Walk mit dem Titel „Hinterlassen“ durch ihre Stadt. Darin heißt es unter anderem in Bezug auf Denkmäler im Stadtraum: „Öffentliche Erinnerungen blicken zurück und prägen unseren Blick in die Gegenwart durch das Schöpfen aus der Vergangenheit – wie eine künstliche Intelligenz, die aus vergangenen Mustern zukünftige entwirft.“

In diesem Hörspiel geht es um Erinnerungen, um verloren gegangene Erinnerungen, um sich überlagernde Erinnerungen, um absichtlich verwischte Spuren, um vermeintlich auf ewig konservierte Erinnerungen von Nahestehenden, seien es Fotos, seien es Sprachnachrichten, seien es Texte. Vermeintlich ewig konservierbare Erinnerungen und Datensätze deswegen, weil eine neue Spezies, ein Käfer, der es auf Edelmetalle und seltene Erden abgesehen hat, sich durch Serverfarmen durchfrisst und somit zuvor auf Clouds gespeicherte Datensätze unbrauchbar macht bzw. gänzlich vernichtet. Die Idee ist ein kluger Schachzug der beiden Autor- und Regisseur.innen Sofie Neu und Fabian Raith: Trotz aller Technikgläubigkeit unserer Gegenwart und Heilsversprechen der Digitalisierung ist die Natur letztlich stärker.

Mika, von den Autor:innen als queere Person angelegt, hat die digitalen Erinnerungen ihrer verstorbenen Mutter durch das gefräßige Insekt verloren und kämpft nun mit dem Wiedererinnern von Episoden, die sie mit ihrer Mutter durchlebte. Mika versucht Szenen aus der Vergangenheit zu rekonstruieren, etwa den genauen Tonfall in der erinnerten Stimme der Mutter in Gedanken wieder herzustellen, wobei wir diese imaginären Erinnerungsversuche sowie alle Gedanken Mikas mithilfe der klassischen Hörspieltechnik des inneren Monologs erzählt bekommen.

Dabei stellt Mika fest, wie wenig verlässlich Erinnerungen sein können. Am Ende des Tablet-Walk stößt Mika schließlich auf einen langen O-Ton der Mutter: eine letzte Spur, die der Vernichtung durch den Käfer – noch! – nicht anheimgefallen ist.

Das Hörspiel „Ein Käfer, der Erinnerungen frisst“ überzeugt auf unterschiedliche Weise. Zum einen durch den Einfallsreichtum der Autor:innen beim Blick aus der Zukunft zurück in die Jetztzeit. So imaginieren sie Elemente einer durchaus möglichen zukünftigen Realität: z.B. urbane Kühlzonen, die die städtischen Bewohner:innen vor zu großer Hitze schützen sollen. Mika trifft auf Plastikfetischist:innen, die im Pazifischen Ozean auf einer Insel ganz aus Plastik leben. Mika wird durch ein K.I.-Gadget, das ihre Wahrnehmung schärfen soll, vermeintlich personalisierte Werbung eingespielt, wodurch sie ihr tägliches Datenvolumen umsonst bekommt. Dies sind allesamt keine wirklich schönen Aussichten auf die nahe Zukunft, aber durchaus vorstellbare, so dass das Stück unserer Gegenwart im Jahr 2022 nicht gänzlich enthoben wirkt.

Klanglich überzeugt das Stück nicht nur durch den Einsatz der Kunstkopftechnik, sondern durch die detailreiche Gestaltung des wabernden Klangteppichs, der mal für die Gedankenbewegungen von Mika steht, mal die technisierten Fressgeräusche des Käfers eindringlich zu Gehör bringt. Der Einsatz des Kunstkopfes ist auch nicht zuletzt eine logische Konsequenz dessen, dass die Hauptperson sich mit dem AR-Walk durch die Stadt bewegt, womit einerseits die Ausprägung von Räumlichkeit ein Thema des Stückes ist und andererseits mit der klassischen Hörsituation der heutigen Podcast-Generation gespielt wird. Besonders hervorzuheben ist schließlich die überzeugende Weise, in der Bineta Hansen die queere Figur Mika spricht und ihr einen klaren Charakter gibt, der das Stück trägt.
Mitwirkende:
Bineta Hansen
Charlie Triebel
Markus Hoffmann
Yoshii Riesen
Tina Pfurr
Petra Hartung
Robert Frank
Milena Schedle
Julian Jäckel
Katharina Hoffmann
Konstantin Frank
Matti Krause
Yara Blümel
Christine Jensen
Preise / Auszeichnungen: Hörspiel des Monats 12 2022
Links: Mailformular für Ergänzungen zu diesem Titel
Druckausgabe (PDF)

Die Tetris

Sendetermine: DLR - Freitag, 9. Dez 2022 00:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Mariola Brillowska
Produktion: NDR 2022, 56 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Mariola Brillowska
Komponist(en): Günter Reznicek
Technische Realisation: Christian Alpen
Technische Realisation: Nicole Graul
Technische Realisation: Mariola Brillowska
Regieassistenz: Simon Hastreiter
Dramaturgie: Ulrike Toma
Regieassistenz: Viktorija Gorijeva
Inhaltsangabe: Lulu hat gleich nach dem Abschluss zwei Kinder gekriegt. Jetzt lebt sie auf der Tetris, wo Frauen, Kinder, Alte und alle nicht männlichen Individuen leben, seit die verschlammte Erde evakuiert wurde. „2035“ − Zehn Zukunftshörspiele von zehn unterschiedlichen Autor:innen und Teams.
2022. Ein ganzer Jahrgang junger Menschen erlebt seine Abschlussprüfungen unter verzerrten Bedingungen. Nach bizarr ausgedünntem Unterricht und Monaten der Selbstisolation, in denen genau das nicht möglich war, was diesen Lebenseinschnitt auszeichnet: Aufbrechen. In die Welt gehen. Begegnungen und Erfahrungen machen. Schon ist mal wieder von einer „lost generation“ die Rede. 2035. Kurz nach dem Stichtag, der als Deadline für den eingelösten Reverse-Klimawandel gesetzt wurde. Ist es gelungen? Wo steht der Abschlussjahrgang 2022 jetzt? Haben seine Protagonist:innen ihre Chancen ergriffen? Sich neue geschaffen? Oder hatten sie gar keine mehr? Die Anthologie-Serie „2035“ erzählt in zehn unterschiedlichen Hörspielen ein Multiversum verschiedener Entwürfe der nahen Zukunft.
In dieser Folge begegnen wir Lulu. Sie hat gleich nach dem Abschluss Kinder gekriegt, weil Frauen mit Babys während des Lockdowns im Park spazieren gehen durften. Jetzt lebt Lulu mit Kino und Koko auf der Tetris: Die Plattform schwebt auf der Höhe einstiger Charter-Flüge, die es längst nicht mehr gibt. Auf der Erde vermodern die Städte, Landschaften haben sich in Schlammgebiete verwandelt. Jungs und Männer hängen auf Häuserdächern und Brücken ab und vertreiben sich die Zeit damit, nach Elektronik zu tauchen, die sie dann untereinander an den wenigen übrig gebliebenen Ufern tauschen. Auf der Tetris ist es clean. Familien und Singles leben aufgrund nicht endender Pandemien isoliert voneinander in mobilen Wohnboxen, die bei Krankheitsausbruch einzeln in Quarantäne-Abstand verschoben werden. Damit Lebensmittel und Haushaltswaren autark produziert werden können, liefern Drohnen pulverisierte Substanzen für die Patronen der 3D-Haushaltsdrucker direkt an die Fenster. Die Kinder gehen auf Teleschulen. Die Erwachsenen arbeiten im HO. Alle reisen mit VR. Außer an einem Tag im Jahr, dem TIF − Tag der Impfstoff-Findung. Am TIF dürfen die Wohnboxen verlassen werden. Manche, auch die Zwillingsteenager Kino und Koko, nutzen die Gelegenheit und fliegen in Elektrokapseln zur Erde, zur Heimat ihrer Mutter Lulu und von Oma Pola.
Mitwirkende:
Gloria Brillowska
Minna John
Bela Brillowska
Iris Minich
Pia Düsterhus
Günter Reznicek
Mariola Brillowska
Links: Mailformular für Ergänzungen zu diesem Titel
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